Nachdem Napoleon geschlagen auf Elba im Exil lebt, verhandeln zahlreiche gekrönte Häupter in Wien über das Schicksal Europas.

Mit dabei ist der Duke of Landmark, zusammen mit seinem Adjutanten Betram Barnett, dem Viscount of Panswick und seine Cousine Agatha, die sich während der Reise um die Tochter des Dukes kümmern soll. Außerdem will Agatha in Wien nach ihrer Schwester suchen, die vor einigen Jahren verschwand.

Doch von Beginn an liegt sie sich mit ihrem Dienstherren in den Haaren und sie streiten sich bei jeder Gelegenheit.

Bald schon merken die beiden Streithähne, dass diese Wortgefechte ganz amüsant sind und sie sich eigentlich gar nicht so unsympathisch sind, wie es am Anfang schien…

Während dessen findet auch Betram ein hübsches Mädchen, in das er sich sofort verliebt. Er schmiedet Hochzeitspläne und versucht den Mut aufzubringen, sich gegen die Wünsche seiner Mutter zu stellen und bemerkt dabei nicht, dass er von Hanni und ihrer Tante nur an der Nase herumgeführt wird.

Übersicht

Im vierten Teil der Lancroft-Abbey-Reihe reisen Bertram Barnett und seine Cousine Agatha zusammen mit Bertrams Dienstherren, dem Duke of Landmark, nach Wien. In der österreichischen Hauptstadt verhandeln Vertreter aus rund 200 europäischen Staaten, Herrschaften, Körperschaften und Städten (*) über das Schicksal des Kontinents und beschließen letztendlich weitreichende Maßnahmen, die zur Bildung neuer Staaten und Verbündeten führen wird.

Agatha soll sich auf dieser Reise um die kleine Eliza, die Tochter des Dukes kümmern, da ihre bisherige Gouvernante die Reise nicht antreten wollte. Doch bereits vor Beginn der Reise kamen sich der Duke und Agatha mit ihren unterschiedlichen Standpunkten in die Haare und die Meinungsverschiedenheiten werden auch während der langen Fahrten fort geführt. Sehr zum Leidwesen von Bertram, der die ständigen Streitgespräche sehr anstrengend findet. Statt sich allerdings einzumischen, lernt er zusammen mit Lizzy – wie die kleine Eliza auch genannt wird – lieber Deutsch, um sich in Wien später besser verständigen zu können.

Noch nicht einmal in Wien angekommen, beginnen bereits Gerüchte sich um die Beziehung zwischen dem Duke und Agatha zu ranken. Doch beide nehmen dies nicht ernst, da sie ja „nur“ eine Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung haben. Erst nach und nach entwickeln beide einen Sinn dafür, wie der jeweils andere tickt und merken, dass sie mit dem Anderen gerne mehr Zeit verbringen würden. Insbesondere Agatha würde mit dem Duke am Liebsten die Nächte durchtanzen … wenn da nicht das ganze Gerede wäre.

In der Zwischenzeit versuchen Agatha und Bertram Agathas Schwester zu finden, die sich irgendwo in Wien aufhalten soll. Doch an der Adresse, die Agatha von ihren italienischen Verandten hat, ist sie nicht mehr.
Stattdessen findet Bertram dort Hanni. Ein hübsches Wesen, in das er sich sofort verliebt. Er kommt einige Tage später zurück, um sich mit Hanni und ihrer „Tante“ zu unterhalten. Es kommt ihm anfangs zwar alles ein wenig merkwürdig vor, dass er mit Hanni auch allein sprechen und ausfahren darf – ein Unding, dass in England sofort einen Skandal herauf beschwören würde – aber in Österreich scheint ja alles etwas anders zu sein. Und so merkt er nicht, dass ihn Hanni an der Nase herumführt, ihm das geerbte Geld aus den Taschen zieht und eigentlich gar nicht wirklich viel für ihn empfindet.

Betram versteht alles ganz anders. Er glaubt Hanni sei eine verarmte Adlige, die nur bei ihrer Tante unterkommen konnte. Und er schmiedet Pläne – nicht nur für eine Heirat mit ihr, sondern auch um seiner Mutter entgegenzutreten. Denn Mrs. Barnett will auf keinen Fall eine Schwiegertochter aus dem Ausland – nur eine englische Lady kommt für sie in Frage.

Der Duke bittet Agatha indessen um ihre Hand. Doch diese will zunächst einen Liebesbeweis, bevor sie einer Heirat zustimmt. Als sie dann auf der Suche nach ihrer Schwester einem Gauner auf den Leim geht und entführt wird, ist es der Duke of Landmark, der sie aus deren Fängen rettet. Von diesem Moment an, hat keiner der beiden mehr Zweifeln an seinen Gefühlen.

Mein Fazit

★★★☆☆

Wer einen (oder alle) der ersten Teile der Lancroft-Abbey-Reihe von Sofia Farago gelesen hat, kennt die Familie Barnett bereits. Eine adlige, aber verarmte Familie. Mutter Louise versucht seit Band 1 ihre Töchter mit gut situierten Männern zu verheiraten. Was die jungen Frauen finden, ist aber nicht nur eine Ehe, sondern tatsächlich die große Liebe.

In diesem Band geht es – zumindest in erster Linie – nun nicht um eines von Louise Barnetts Kindern, sondern um ihre Nichte Agatha. Diese ist bereits verwitwet und eigentlich auch nicht auf der Suche nach einem neuen Mann. Dennoch findet im Duke of Landmark einen Mann, in den sie sich nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Streitereien und gegensätzlichen Ansichten, verliebt. Und das sogar so sehr, dass sie auch will, dass er sich in sie verliebt, als dieser sie – aus rein praktischen Überlegungen – um ihre Hand bittet. Dass er das längst hat, merkt der Duke erst, als Agatha in Gefahr ist und er sich kein Leben ohne sie mehr vorstellen möchte.

Aber auch Bertram versucht hier – erneut – sein Glück zu finden. Nachdem er sich im letzten Band in eine Tochter aus gutem Hause verliebte, die ihm aber nicht ihr Herz schenken wollte – zumindest nicht nur ihm, sondern auch einem anderem Mann, hat er auch dieses mal wenig Glück.
Als er auf Hanni trifft, glaubt Betram daran, dass sie seine große Liebe ist. Allerdings ist Hanni nicht das brave, sittsame Mädchen, das er sich vorstellt, sondern eine Prostituierte. Als klar ihr (und ihrer „Tante“) wird, dass Betram an ihr interessiert ist und auch noch Geld besitzt, wird er von Hanni gnadenlos ausgenommen, ohne dass Betram es wahrnimmt – oder wahrnehmen will. Denn eigentlich merkt er schon, dass irgendetwas nicht stimmt, er ignoriert nur seinen Verstand und lässt sich von der hübschen Dirne um den Finger wickeln, bis es fast zu spät ist.

Ich fand dieses Buch herrlich. Besonders die kleine Wortgefechte zwischen dem Duke und Agatha, aber auch die hinterlistige Hanni, haben es mir angetan. Ich weiß, dass ich ein böses Mädchen bin, wenn ich mich auf Hannis Seite schlage, aber mich gibt es nun ‚mal nicht anders. Dass Betram trotz der Alarmglocken, die in seinem Bewusstsein schallen, nicht erkennt, wie er hintergangen wird, geschieht ihm leider recht. Denn aus der Erfahrung hätte er doch schon wissen müssen, dass der Schein trügt. Zum Glück für ihn, kann der Duke die Scharade noch rechtzeitig beenden und Betram so vor einem großen Fehler bewahren. Ich hoffe, dass er in seiner neuen Anstellung in Preußen mehr Erfolg dabei hat, sein Glück zu finden.

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