“Komm’ schon Jack, sonst verfällt die Reservierung wieder.”

Während ich mir den Mantel überstreife und mit den Füßen nach meinen Stiefelchen taste, verabschiedet mein Mann zum gefühlt hundertzwanzigsten Male unsere drei Kinder, die wir bei seinen Eltern lassen können.

Eigentlich wollten wir schon am Valentinstag gemeinsam und ohne Kinder Essen gehen. Doch da kam uns ein kleines Virus dazwischen und nachdem Jackson als erster mit Durchfall und Erbrechen das Bett hüten musste, kamen erst Melly und die kleine Julia dazu, bevor das Norovirus auf mich und Jack übergriff. Und nach fast zwei Wochen, die ich mit meiner Familie den ganzen Tag verbringen musste, freue ich mich noch mehr auf diese kleine gemeinsame Auszeit.

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“Wo fährst Du denn hin?” Jacks Ton ist argwöhnisch.

“Ich nehme die Abkürzung über die G Street. Die Baustelle auf der South 8th ist die Hölle.”

“Okay, dann hättest Du aber an dem Pfeil eben nach rechts abbiegen müssen.”

“Ach Mist. Ich war schon zu lange nicht mehr in diesem Teil von Burwell.”

Etwas hektisch sehe ich mich um und bin froh, dass kaum Verkehr herrscht. Dann setze ich den Blinker und biege in die F Street ein.

“O mein Gott!” Jack schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und ich drehe mich zu ihm.

“Was?”, frage ich etwas ratlos. Und panisch. “Was ist denn?”

“Das hier ist eine Einbahnstraße!”

Abrupt trete ich auf die Bremse und der Wagen hält sofort. Jack muss sich am Armaturenbrett abstützen, damit er nicht mit dem Kopf dagegen knallt.

Ich sehe mich um und entdecke den weißen Pfeil auf schwarzem Grund und darin die Worte ONE WAY. Ich stöhne, denn das ist mir beim Abbiegen gar nicht aufgefallen.

“Jack, ich kann hier aber nicht umdrehen. Die Straße ich viel zu eng.”

“Dann fahr doch rückwärts.”

Ich drehe mich um und sehe aus dem winzigen Heckfenster.

“Ich sehe doch aber gar nicht, wo ich hinfahren muss.” Flehentlich sehe ich wieder zu Jack.

Mit einem Augenrollen steigt er auf seiner Seite aus und läuft um den Wagen herum. Ich öffne die Tür, als er fast bei mir ist und klettere etwas unbeholfen über die Mittelkonsole. Mit einem Kopfschütteln steigt mein Mann in den Wagen und schließt die Tür. Dann startet er den Motor, legt den Rückwärtsgang ein und fährt mit einer Geschwindigkeit, bei der mir übel wird, das kurze Stück zurück bis zur Neunten. Jack sieht sich in beide Richtungen und gibt plötzlich wieder Vollgas, bringt den Wagen wieder auf die Hauptstraße und fährt dann das kurze Stück zurück zur G Street, um diese Einbahnstraße in der richtigen Richtung zu befahren.

“Beim nächsten mal, fahr’ ich gleich selbst”, grummelt er vor sich hin. Und jetzt bin ich es, die die Augen verdreht.

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Wenn Du wissen willst, wer Jack und Maria sind, dann empfehle ich Dir mein Buch „Küss mich, Schwester!“ zu lesen.

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